#21: Spotlight on KI Empowerment in einer Rechtsabteilung / Annelie Gallon
Shownotes
Wie gelingt der Einstieg in KI, ohne auf die perfekte Lösung zu warten?
Annelie Gallon, Senior Legal Counsel und Rechtsanwältin für IT-Recht bei Appinio, hat vor vier Jahren begonnen, KI-Themen aus eigener Initiative in die Rechtsabteilung einzubringen. Aus ersten Experimenten wurde ein fester Bestandteil ihrer Arbeit und ein Beispiel dafür, wie Mitarbeitende Veränderungen aktiv gestalten können.
In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Neugier wichtiger ist als Perfektion, wie Mitarbeitende die Angst vor neuen Technologien überwinden können und welche Rolle Schulungen, Onboarding und interne Task Forces dabei spielen. Annelie teilt ihre Erfahrungen, wie eine Kultur entsteht, in der Menschen sich trauen, KI auszuprobieren und gemeinsam zu lernen.
Hier findet ihr Annelie: LinkedIn Profil
Transkript anzeigen
00:00:00: Schön, dass ihr beim Podcast von Legal Truffles dabei seid.
00:00:03: Wir machen Next-Gen Lawyers und Next-gen Law Firms für euch höher und sichtbar!
00:00:07: Ich bin
00:00:08: Janas Heizkassier die Gründerin von Legal Triffles der ersten Personalberatung for Legal Recruiting mit Focus of New Work Consulting.
00:00:24: Hallo alle zusammen wir haben heute wieder eine Folge aus der neuen Reihe Next Gen Lawyer im Spotlight.
00:00:32: drei Fragen an heute Anneli Galon.
00:00:35: hallo Annelie.
00:00:36: Hallo Jana,
00:00:38: ich freue mich mega dass du dabei bist und ja herzlich willkommen.
00:00:42: Ich freue mich super dabei zu sein!
00:00:44: Wir haben uns folgendes Thema für die Spotlight-Folge ausgesucht und zwar Empowerment für KI in Unternehmen und somit bekommt ihr mit dieser Folge einen Einblick dazu was in einer Rechtsabteilung mit neu eingeführten KI Tools möglich ist oder wie man ein Anfang setzt Und ich nehme gar nicht so viel vorweg.
00:01:07: Annelie stelle ich doch gerne einmal selber
00:01:09: vor.".
00:01:10: Ja, also hallo!
00:01:11: Ich bin Anneli und seit neun Jahren Rechtsanwältin im IT-Richt und heute Senior Legal Counsel und Sündikus Rechtsanwelten sowie KI Experte bei Apinio in Hamburg.
00:01:23: Apinyo ist ein Unternehmen für digitale Marktforschung.
00:01:27: Beschäftige mich eigentlich schon seit meinem Berufseinstieg mit Legal Tech und arbeite seit Anfang dreiundzwanzig intensiv mit generativer KI und habe auch KI-Tools systematisch in unsere Rechtsabteilungen bei Apenyo eingeführt.
00:01:44: Wobei meine eigentliche Hauptaufgabe ja die Beratung unserer Fachabteilung insbesondere des Product Teams ist, da Apenyor sowohl eine Consumer App als auch eine BtoB Plattform hat wo bereits diverse KI Features von unseren Kunden genutzt werden können.
00:02:03: So begleite ich das Product Team bei der Entwicklung und so dann passe ich auch die AGBs, Nutzungsbedingungen und Verträge an.
00:02:11: Also super vielseitig und spannende Themen!
00:02:16: Genau.
00:02:17: außerdem bin ich noch Mutter von zwei Teenager-Jungs und Mitgründerin des Frauennetzwerks Top sieben und beschäftige mich in meiner Freizeit mit viel mehr Empowerment und Vereinbarkeit und ich freue mich sehr heute im Podcast zu sein.
00:02:30: Das schließt
00:02:31: sich der Kreis.
00:02:31: ja.
00:02:32: Also super cool, vielen Dank für den Einblick zu dir selbst.
00:02:36: Und in deiner Vorstellung klang schon an das Thema KI ist bei euch bei Appinio ja schon tatsächlich weiter vorangeschritten – für Kunden aber auch intern!
00:02:47: Was mir besonders gut gefiel Annelie was du auch nach außen transportierst ist dass du AI als Teil der legalen Architektur und Infrastruktur siehst und nicht nur als Experiment.
00:02:59: Und bei einem schnell wachsenden internationalen Tech-Unternehmen designs und implementierst du selbst KI gestürzte Produktfunktion, Rechtssysteme die Wachstum fördern.
00:03:11: Du hast auch selber gesagt das Vertriebsteam unterstützt du um halt Anforderungen natürlich von Aufsichtsbehörden gerecht zu werden.
00:03:20: Ich starte mal mit der ersten richtigen Frage
00:03:23: also Warum hast
00:03:24: du denn angefangen, AI Tools selbst bei euch in der Rechtsabteilung zu implementieren?
00:03:30: Ja genau.
00:03:31: Also man muss sich vorstellen Ende zweiundzwanzig als JetGBT öffentlich verfügbar wurde ging bei uns im Unternehmen die große Neugier los.
00:03:39: Apinio macht digitale Marktforschung das heißt die Abteilungen Arbeiten sehr viel mit Sprache, Texten und Insights.
00:03:47: Und da lag es natürlich sehr nahe generative KI auszuprobieren insbesondere in den Fachabteilungen die dann wiederum zur Rechtsabteilung kamen mit jeder Menge Anfragen.
00:03:57: Gleichzeitig war ich damals allein für unsere Rechtsabteilung verantwortlich und das bedeutete sehr viel Arbeit.
00:04:05: Da war ich natürlich sehr offen für Technologien die Arbeitsprozesse verschnellern und effizienter machen.
00:04:14: Ich habe dann bewusst klein
00:04:16: angefangen
00:04:17: und zunächst mir organisatorische Aufgaben gesucht, wie zum Beispiel das Zusammenfassen von Texten, Executive Memos für die Geschäftsführung oder bis zum heutigen Tag eines meiner Lieblingsanwendungen – Textvergleich von Vertragsverhandlungen.
00:04:34: Denn wer kennt es nicht?
00:04:36: Man bekommt die dröftigste Version der Gegenseite Red Lines inkludiert sind und auch sonst nichts geändert wurde.
00:04:46: Und dafür eignete sich die generative KI wirklich super!
00:04:51: Dann habe ich für Schritt eben gesehen und Vertrauen entwickelt, wie gut das funktioniert und habe es dann auf meine juristische Aufgaben erweitert – also etwa die Prüfung von Standardverträgen in DA's oder DPAs auf Traxverarbeitungsverträge für den Datenschutz.
00:05:09: Und heute gehen wir noch einen Schritt weiter und automatisieren ganze Arbeitsprozesse, zum Beispiel bei der Vorprüfung von Datenschutzthemen oder der Prüfungen von Wender, SARS-Verträgen.
00:05:23: Denn diese eignen sich gut – oder generell eignent sich Verträge für die Vertragsprüfung mit KI gut, wenn sie ähnlich aufgebaut sind und sich juristischen Stolpersteine wiederholen.
00:05:35: Spannend!
00:05:36: Jetzt bist du mittlerweile ja nicht mehr alleine die Rechtsabteilung.
00:05:41: Ihr habt quasi aufgebaut ein bisschen und ich gehe davon aus, dass du auch jetzt immer neue Teammitglieder direkt mit ins Boot holt bzw.
00:05:51: es sind ja jetzt Tools installiert, die ihr nutzt.
00:05:54: aber trotzdem was waren denn so die größten Hürden in deinem Team als du den ersten Anlauf gewagt hast?
00:06:02: Also meine größte Pürde und ich würde da auch für viele Kollegen und Kolleginnen sprechen, nicht nur bei mir sondern im größeren juristischen Kontext ist vielleicht weniger die Technologie, sondern so eine innere mentale Barriere.
00:06:19: Die Juristen und Juriste nennen vielleicht innewohnt wenn es um neue Technologien liegt weil man sehr klassisch ausgebildet wurde.
00:06:27: Mir persönlich hat es sehr geholfen dass ich sehr technologieaffin bin und sage ich mal die Zurückhaltung gegenüber generativer KI, aber auch was die juristische Arbeit angeht relativ schnell ablegen konnte.
00:06:41: Und auch musste in meinem Umfeld wo ich war.
00:06:44: Aber für mich war es trotzdem wichtig erstmal mit dem Risiko armen Aufgaben zu starten und das Promten von der Piga aufzulernen.
00:06:52: Das würde ich heute noch so empfehlen vielleicht nicht in dem Ausmaß weil vieles schon von den Technologien übernommen werden kann Aber wenn man sich tiefer damit beschäftigt und auch zum Beispiel das Prompt noch lernt, versteht man auch besser welche Arbeitsprozesse und Aufgaben verlässlich und gut von KI übernommen werden können.
00:07:14: Und wofür es sich eben noch nicht eignet?
00:07:19: Die zweite Herausforderung oder Hörder sind natürlich die sogenannten Hallestinationen oder wenn die KI Fehler macht, klassisch gesagt Und das können wir uns ja gerade im juristischen Kontext gar nicht leisten.
00:07:34: Allerdings ist da auch meine Einstellung wie folgt, auch bevor es diese Technologie zur Verfügung gab haben wir Juristen und Juristinnen mit dem Internet gearbeitet, Textvorlagen genutzt und auch da haben wir menschlich alles überprüft was wir sozusagen recherchiert und zusammengestellt haben und das gilt bis heute und ist in Prinzip nichts Neues.
00:07:59: Deswegen sage ich immer, der menschliche Prüfschritt gehört schon immer zu unserer Arbeit und daran ändern auch die generativen KI-Tools nichts.
00:08:09: Also macht das es nicht überflüssig, das nochmal per human check durchlaufen zu lassen?
00:08:15: Immer!
00:08:15: Erst ist unsere Berufspflicht.
00:08:18: Das muss man klar sagen.
00:08:20: aber wie gesagt früher haben wir auch nichts einfach aus dem Internet copy pasted und das ist ja hier ähnlich
00:08:26: im professionellen Kontext niemals.
00:08:28: Genau, aber gut, dass du das auch noch mal darunter streichst.
00:08:32: Die ist es ja immer ein wichtiges Anliegen so hast du mir das auch geschildert Personen zu ermutigen, zu empowern sich wirklich mit KI zu befassen und einfach selbst auszuprobieren.
00:08:43: Wie holst Du dann Personen ab die noch am Anfang ihrer KI Reise stehen?
00:08:49: Und wie begleitest du sie weiter?
00:08:52: Ja also das allererste plainly in simple.
00:08:56: Erst mal anfangen, just do it!
00:08:58: Mit kleinen Aufgaben im Prinzip Vorbehalte abbauen sich wohlfühlen damit sehen wie die Ergebnisse sind und sich dann vorwagen nicht mit dem größten Projekt starten oder mit aufwendigen Dingen die man vielleicht im Internet liest oder von Kollegen und Kolleginnen hört.
00:09:15: Und Man sollte auch In meiner Wahrnehmung immer in einen offenen Austausch gehen und es mit anderen zusammen machen.
00:09:24: Das gilt für alle möglichen Dinge, aber hier insbesondere weiß ich erstens die Technologie so schnell weiterentwickelt.
00:09:32: Und weil wenn man wissen teilt kommt man gemeinsam schneller ans Ziel.
00:09:37: und so haben wir zum Beispiel bei Opinio recht früh eine Art Taskforce eingerichtet in der Rechtsabteilung wo wir uns regelmäßig treffen.
00:09:45: das ist ein fester Termin.
00:09:47: es kann nicht auch nur jeder Rechtsabteilung empfehlen egal wo man steht dass man sagt Alle zwei Wochen treffen wir uns um diese Zeit und sprechen über neue Use-Cases oder Arbeitsprozesse, die man vereinfachen kann.
00:10:02: Oder jemand bringt einfach eine Idee mit und man geht nach und nach durch ob sich das für eine Automatisierung eignet.
00:10:10: Außerdem muss man auch aufpassen wenn man schon länger in der Bubble unterwegs ist dass man nicht den Kollegen und Kolleginnen vorwegläuft und sie dann im Prinzip abhängt sondern immer wieder erklärt, Tipps gibt.
00:10:24: Insbesondere im Bereich Promting oder auch dann mehrere Arbeitsschritte nacheinander automatisiert.
00:10:31: aber für mich gilt immer Neugier ist wichtig dass das Team gemeinsam lernt und dass eben ja generell Wissen geteilt wird.
00:10:41: Das ist mir einfach ein Anliegen und es ist nicht immer in unserem Berufsfeld der Fall.
00:10:48: Besonders wenn man in Rechtsabteilungen oder auch im IT-Recht arbeitet, fühlt man eine sehr große Verbundenheit und gegenseitige Hilfe.
00:10:57: Und das ist was, was ihnen nach vorne
00:10:58: bringt.".
00:10:59: Das hört sich gut an!
00:11:01: Ich stelle mal noch ne kleine Frage hinterher.
00:11:03: Wenn ihr jetzt neue Kollegen oder Kolleginnen bekommt die vielleicht auch noch am Anfang ihrer Berufskarriere stehen?
00:11:09: Wie sind denn da so die ersten Schritte?
00:11:11: ist es ist ein mitlaufen?
00:11:13: ist das nur noch wann jeder zeigt, eben bisschen was gegenseitig also nicht nur eine.
00:11:18: Eine Holschuld sondern auch ne Bringenschuld ums mal ganz plakativ zu machen.
00:11:23: wenn du mir dann nochmal kurz oder uns allen einen kurzen Einblick geben könntes wieder on-boarding neue Kollegen Kolleginnen.
00:11:29: bei euch aussieht
00:11:30: ja also idealerweise sofort offene, transparente Kommunikation.
00:11:35: Bei uns ist es auch sehr gewünscht dass da schon Vorerfahrung ist.
00:11:39: wenn nicht werden die Kollegen und Kolleginnen abgeholt und zwar gibt es sowohl intern im Unternehmen für alle neuen Kollegen und Kollegen in Schulungen die sich damit beschäftigen als auch bei uns in der Rechtsabteilung Und mein Ansatz dazu ist immer Wissen zu teilen Immer dazusehen und Fragen zu beantworten Und mit einer tollen Kommunikation und einem auf Augenhöhe der neuen Kolleginnen oder dem neuen Kollegen auch ein bisschen so die Vorbehalte, oder die Angst davor zu viele Fragen zu stellen zu nehmen.
00:12:12: Das gilt in allen Bereichen – auch in den Juristischen!
00:12:15: Dass wir immer da sind und Fragen beantworten.
00:12:19: Oder wenn ihr was Neues lesen, einen Artikel oder einen Tipp bekommen oder eine Fortbildung angeboten bekommen, dass wir das Amtsteam weiterleiten, dass sich jeder anmelden kann, sodass möglich ist.
00:12:29: Sehr cool Am Ende ist ja auch Fragen stellen, zeugt ja von Interesse.
00:12:34: Und dass die Personen sich einarbeiten wollen und mitdenken – so sehe ich das jedenfalls immer wenn Fragen gestellt werden!
00:12:41: Ja total.
00:12:41: Ja, eigentlich danke dir für diese ganzen offenen Einblicke, die ja auch ein bisschen eure Unternehmens-DNA offen zeigen und Kultur.
00:12:50: Ein kleines Take away ist ja schon verlaut oder?
00:12:54: Wurde schon genannt von dir, aber ich möchte trotzdem noch mal ganz offiziell fragen.
00:12:58: Was wäre denn dein Take away zum Thema Empowerment für KI?
00:13:02: Für die Zuhörerinnen und Zuhörerin?
00:13:04: Gut!
00:13:04: Das erste hat wir genommen.
00:13:05: Genannt ist einfach anfangen.
00:13:07: Aber das zweite ist mir sehr wichtig.
00:13:10: Und zwar man sollte nicht mit einer Technologie anfangen oder nach dem perfekten Tool suchen sondern wenn man Arbeitsprozesse vereinfachen und effizienter machen möchte, sollte man eben genau schauen wie ist denn der Prozess?
00:13:24: Wie ist der eigene Arbeitsprozess jetzt und wie wäre es in der idealen Welt.
00:13:29: Und dann darauf angepasst sich mit den Tools zu beschäftigen.
00:13:34: Denn viele Juristinnen und Juristen schauen zuerst auf das Tool und überlegen und schauen nach den Funktionen.
00:13:40: aber der eigentliche Hebel der auch unsere Arbeit verschnellert, liegt darin dass wir schauen wo lässt sich unserer Arbeit war.
00:13:48: Wo ist sie wiederkehrend?
00:13:50: Was lässt sich sozusagen gut automatisieren?
00:13:52: wenn man dann die Muster erkennt Dann kann KI wirklich helfen.
00:13:56: das heißt es take away ist nicht ewig lang nach einem tul zu suchen sondern sich erst mit den eigenen Arbeitsprozessen zu beschäftigen
00:14:03: und die zu kennen
00:14:05: Die zu kennen Und dann eben schauen was passt denn dazu und was lässt sich gut umsetzen an was nicht?
00:14:11: Das ist ein echt hilfreiches Take-away in Kombination mit dem, was du auch vorher gesagt hast.
00:14:17: Superhilfreich!
00:14:19: Ich packe selbstverständlich noch ein paar Links zu dir in die Show Notes.
00:14:24: Wer im Nachgang Lust hat sich mit Annalie auszutauschen darf sich sicherlich über LinkedIn vernetzen oder sie anschreiben.
00:14:33: und ja wir hoffen dass wir euch quasi mal so einen ersten Einblick geben konnten, wie es ist mal mit KI Tools wirklich von nichts zu starten.
00:14:44: Ich freue mich wirklich, dass du hier gewesen bist Annelie und sag ganz herzlichen Dank!
00:14:50: Herzlichen Dank Jana auch!
00:14:51: Bis bald!
00:15:08: Lasst uns gerne auch eure Bewertung für diesen Podcast da.
00:15:12: Bis zur nächsten Folge mit einem weiteren Legal Truffle, ich freue mich wenn ihr wieder dabei seid!
Neuer Kommentar